Sonntag, 25. Oktober 2020

Atemschutzübung in der Gemeinde Treffen

Am 08.09.2020 hatten die drei Gemeindefeuerwehren der Marktgemeinde Treffen die Möglichkeit, eine besondere Atemschutzübung abzuhalten. Dabei wurde in einem Abbruchhaus mit einem realen Feuer trainiert.

 

 Zu Beginn der Übung wurde durch den Übungsleiter der theoretische Ablauf erklärt, sowie folgende Schwerpunkte festgelegt: 

  • richtiges Anlegen und Ausrüsten des Atemschutzequipments
  • Begehung des Objekts 
  • Erklärung des Rauchvorhangs und der taktischen Druckbelüftung
  • theoretische & praktische Einweisung in die Entwicklung eines Zimmerbrandes
  • Anleiterbereitschaft bzw. Selbstrettung des Atemschutztrupps

Nachdem die einzelnen Trupps Ihre Einsatzbereitschaft hergestellt hatten, wurde das verwinkelte Übungshaus begangen um sich erstmalig zu orientieren. Ein Teil der Mannschaft bereitete vor dem Haus bzw. bis zur (noch fiktiven) Rauchgrenze eine Innenangriffsleitung für die Atemschutzträger vor, ebenso wurden die Anleiterbereitschaft (2. Fluchtweg für die Trupps bzw. zu rettende Personen) hergestellt und 2 C-Leitungen für den Löschangriff von außen in Stellung gebracht. Auch die vor dem Gebäude arbeitende Mannschaft wurde in der richtigen Löschtaktik geschult, da eine unkontrollierte äußere Wassereinbringung zu einer zusätzlichen Gefahr für die im inneren arbeitenden Atemschutztrupps wird. Die primäre Aufgabe der Einsatzkräfte im Außenbereich ist/war bei diesem Szenario die Verhinderung eines Flammenüberschlags vom Brandraum auf weitere Gebäudeteile über die Fassade.

Nach Erklärung und Setzen des Rauchvorhanges, sowie einer praktischen Vorführung des Angriffspakets (Absperrer, in Buchten gelegter C-Schlauch und Hohlstrahlrohr), wurde mit dem heißen Teil der Übung begonnen und die Matratze eines möblierten Zimmers in Brand gesteckt. Nachdem die Feuerwehr meist schon auf ein fortgeschrittenes Brandgeschehen trifft, war es sehr lehrreich, einen Brand von der Entstehung bis zum ausgedehnten Zimmervollbrand zu erleben. Einerseits hatten die Teilnehmer die Möglichkeit die Temperatur- und Verrauchungsdynamik hautnah zu beobachten, andererseits auch die Brandentwicklung zu analysieren. Entgegen der Meinung, dass sich ein Feuer ständig „vorfrisst“, konnte die sprunghafte Brandausbreitung durch das sogenannte „Ausgasen“ beobachtet werden. Durch die enorme Hitze werden Gase von den Gegenständen im Raum freigesetzt, welche sich schlagartig entzünden und das Feuer somit springend den ganzen Raum erfasst. Zudem wurde allen eingesetzten Trupps die Möglichkeit geboten, den Umgang mit der Wärmebildkamera der FF Treffen zu trainieren, da die Sicht innerhalb kürzester Zeit quasi gegen Null sank. Durch die Vermittlung der richtigen Löschtechnik, konnte der Brand wassersparend und schnell unter Kontrolle gebracht werden. 

Nach Belüftung und Ausräumen des Brandraumes wurde mit den eingesetzten Teams noch die Selbstrettung trainiert, für den Fall das der Rückweg abgeschnitten ist. Dabei seilten sie die Atemschutzträger mit voll angelegtem Equipment unter Verwendung der Rettungsleine vom 2. Stock zum Vordach ab. 

Ein großes DANKE an dieser Stelle für die Zurverfügungstellung des Objektes und die Möglichkeit, die Übung in dieser Form durchführen zu können, sowie dem Kameraden Daniel GROSS von der FF Treffen für die sehr lehrreiche und interessante Abwicklung. 

 Im Übungseinsatz:

  • FF Sattendorf: TLFA 2000, 1 Atemschutztrupp
  • FF Treffen: TLFA 4000, TLFA 2000, MZFA, 2 Atemschutztrupps
  • FF Winklern-Einöde: TLFA 1000, 1 Atemschutztrupp

Text: Thomas Fleischhacker, MA
Fotos: FF Sattendorf

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